Nachricht
Zwei Tage Ruderspektakel
92. Heidelberger Ruderregatta

So sehen Siegerinnen aus - und Sieger: Beide Achterteams der RGH räumten auf der Regatta ab. Foto: Tom Palm
Zwei außergewöhnliche Tage rund ums Rennrudern: Das war die 92. Heidelberger Ruderregatta am 16. und 17. Mai 2026. Vielleicht lag es an der neuen Konzeption der Bewirtung, die alle Angebote auf Höhe des Starts bündelte und der Regatta ein neues Zentrum verlieh. Doch mindestens genauso wichtig war die intensive Teilnahme von Ruderinnen und Ruderern und den Trainerinnen und Trainern der RGH, unterstützt von unzähligen Helferinnen und Helfern aus den Reihen des Vereins, nicht zuletzt des Freizeitsports. Hier versuchen wir, einen Überblick über die Ereignisse des Wochenendes zu zeichnen. Bei der Vielzahl der Rennen und Meldungen bleibt es nur ein Ausschnitt aus dem Gesamtbild.
Junior:innen
Für die C-Junior:innen war die Regatta Heidelberg in doppelter Hinsicht etwas Besonderes: Für viele war es neben der Regatta Mannheim eine der ersten Regatten, für manche ging es sogar um die Qualifikation für den Bundeswettbewerb für Mädchen und Jungen, der im Juli in Münster auf dem Aasee ausgetragen wird. Dafür musste man seit Dezember 2025 an verschiedenen Qualifikationsmaßnahmen teilnehmen, wovon die letzte Station die Regatta in Heidelberg war. Gute Aussichten auf eine Nominierung hatten, nach ihren Leistungen auf der Mannheimer Frühregatta im April, zwei gemeldete Boote: der Mädcheneiner (13 Jahre) mit Beau Zichichi und der Mix-Doppelvierer mit Steuerperson mit Max Marten, Julius Keinath, Emilie Richter, Patrizia Böhm und Steuerfrau Lisa Pfisterer. Am Samstag machte es der Mix-Vierer nochmal richtig spannend: Direkt in der Startphase zog die Mannschaft einen Krebs und kam fast zum Stillstand. Mit einem starken Spurt sicherten sie sich dann doch den zweiten Platz und lösten am Sonntag dann endlich das Ticket für den Bundeswettbewerb.
Doch auch die restliche Gruppe zeigte eine starke Gesamtleistung: Neben drei Siegen gab es auch viele starke zweite und dritte Plätze, die den Trainingsfleiß der Gruppe widerspiegelt. Nach der Regatta ist vor der Regatta: Bereits am kommenden Wochenende geht es für die junge Truppe nach Gießen zur ersten Auswärtsregatta mit Übernachtung, und das gleich drei Tage lang.
Auch die B- und A-Junior:innen waren dabei: In der Altersklasse U19 startete Alina Postels in Renngemeinschaft mit Marbach und konnte als Juniorin Samstags den zweiten Platz im Frauen-Doppelvierer SF 4x A machen. Sonntags gewannen sie den JF 4x A deutlich!
Die U17 vertraten Philipp Koch, Erik Stonehouse, Ilia Kozienko, Anna-Katharina Piontek sowie Marie Kindler. Anna-Katharina und Marie bildeten in Renngemeinschaft mit Nürtingen JF 4x+ B und sind 3. und 2. geworden.
Auf ihrer ersten DRV-Regatta fuhren Erik Stonehouse und Philipp Koch gleich einen ersten Sieg ein: Die beiden B-Junioren gewannen am Sonntag im Doppelzweier (JM 2x B) souverän ihr Rennen. „Das hat supergut zusammengepasst“, meint Philipp nach der Siegerehrung, „Erik kommt auch aus meinem Heimatort Bammental. Mit ihm gemeinsam hier in unserem Ruderrevier in Heidelberg den Sieg einzufahren, das wird mir lang in Erinnerung bleiben." In den Einern errangen sie jeweils den 2. Platz.
Ilia ist im leichten und schweren Einer gestartet und konnte einmal 2. werden
Senior:innen
Für die Gruppe der Senior:innen der RGH war die Heidelberger Regatta ein voller Erfolg. In zahlreichen Rennen konnten die Ruder:innen Siege und damit ein starkes Zeichen zum Saisonauftakt setzen.
Am Samstag holte der Männerdoppelvierer mit Felix Epp, Michael Knauber und Anton Gerner mit Unterstützung von Sebastian Laurent (Mannheimer RC) den ersten Sieg der Gruppe. Außerdem gewann Cathrin Reimer mit ihrer Zweierpartnerin Marie Treppke vom HRK den Frauendoppelzweier. Marit Neumann und Dorothee Honnen gewannen den Frauenzweier und siegten anschließend auch im Frauenvierer in Renngemeinschaft mit Neele Zahn (RC Nürtingen) und Elena Weyers (HRK).
Ein besonderes Highlight aus Sicht der Senior:innen war der Otto-Entenmann-Sprintcup, der am Samstagabend den Regattatag abschloss. Sowohl der Frauenachter als auch der Männerachter konnten sich über die 350-Meter-Distanz durchsetzen.
Die Mannschaft der Frauen, bestehend aus Dorothee Honnen, Marit Neumann, Isabel Parnet, Mia Zipperle, Ida Cartus, Cathrin Reimer, Freya Epp (ARV zu Leipzig), Eva Hohoff (Ludwigshafener RV) und Steuerfrau Marie Kindler, konnte die übrigen Mannschaften hinter sich lassen. Der Männerachter, der dieses Jahr auch bei der Ruderbundesliga starten wird, musste sich fünf anderen Mannschaften stellen und konnte sowohl den Vorlauf als auch das Finale für sich entscheiden. Für den Achter bestehend aus Gerrit Schäfer (GTRV Neuwied), Dennis Großkopf, Lukas Gehrig, Felix Epp, Anton Gerner, Axel Oschmann und Sebastian Laurent (Mannheimer RC) war es ein guter Ausblick auf die bevorstehende RBL Saison. Das Rennen gegen die Bundesliga Mannschaft auf Mainz war ein erstes wichtiges und erfolgreiches Kräftemessen. Dennis Großkopf, Ruderer des Achters zeigt sich optimistisch und sagt: „Die Mannschaft zeigte bereits gute Ansätze und konnte wichtige Rennhärte sammeln.“ Die letzte große Vorbereitung vor dem ersten RBL-Renntag in Berlin bietet das kommende Wochenende bei der Regatta Gießen.
Auch am Sonntag endeten einige Rennen mit einem positiven Ergebnis. Erneut konnte der Männerdoppelvierer, dieses mal in leicht anderer Besetzung mit Felix Epp, Michael Kanuber, Lukas Gehrig und Sebastian Laurent (MRC) gewinnen. Im Rennen der Frauendoppelzweier legten neben Cathrin Reimer und Marie Treppke (HRK) am Sonntag auch Ida Cartus und Marit Neumann am Siegersteg an. Im Rennen der Vereins-Mixedvierer war die Mannschaft von Anton Gerner, Michael Knauber, Ida Cartus und Anna Miucci erfolgreich. Paul Lessing gewann im Männereiner. Besonders erfreulich ist momentan auch die Größe des Frauenteams in der Seniorengruppe. So konnten am Sonntag ganze drei Frauendoppelvierer der RGH gemeldet werden. Die Mannschaft von Dorothee Honnen, Marit Neumann, Isabel Parnet und Sofia Woelke konnte diese Rennen für sich entscheiden.
Die Gruppe der Senior:innen blickt damit mit Spannung auf das kommende Regattawochenende in Gießen. Dort wollen beide Mannschaften wieder ihr Können im Achter unter Beweis stellen und gleichzeitig weiteres Preisgeld für den Verein ergattern.
Master
Joko Koch, Noah Schneider, Hannes Schott und Gabriel Neumann starteten am Samstag und Sonntag im Männerdoppelvierer ohne Steuermann (MM 4x-). Die vier Ruderer, die seit vergangenem Herbst in der Regattaorientierten Gesamtgruppe (ROG) trainieren, traten zum ersten Mal in dieser Konstellation an. In beiden Rennen zeigten sie gute Starts, konnten sich aber auf der Strecke bei beiden Rennen nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. „Auf der Regatta zu starten, war eine wichtige Erfahrung für uns“, meinte Gabriel nach dem Rennen. „Auch wenn wir diesmal nicht vorne waren, haben wir doch gemerkt, wo unsere Stärken liegen und an welchen Stellen wir weiter ansetzen können.“ Auf der Gießener Pfingstregatta starten Noah und Gabriel im Doppelzweier.
Helfer:innen
Ob am Grill, im Kuchenzelt, im Getränkepavillon, beim Bonverkauf, als Helfer:innen bei der Technik im Wasser, als Starthelfer:innen, im Ziel und, und, und: Einen Ehrenpreis haben sich die vielen Freiwilligen verdient, die diese beiden Regattatage möglich machten. "Das waren wunderbare zwei Tage", sagte Christina Beermann-Scheffler, Vorsitzende des ausrichtenden Heidelberger Regattavereins, während des Helferessens auf der Neckarwiese am Sonntagabend. "Vielen Dank für die super Unterstützung aus beiden Vereinen." Christina betonte auch, dass der neue Aufbau der Regatta - die Bewirtung gebündelt am Startbereich - sich sehr bewährt hat. Die vielen Helfenden schafften gemeisam, den Abbau in rekordverdächtig kurzer Zeit abzuschließen. Eine sehr positive Erfahrung, an die wir am 19. Juli, dem Heidelberger Stadtachter, als nächsten vereinsübergreifenden Termin im Rudersport, anknüpfen können.
Von Cathrin Reimer, Anna Miucci und Gabriel Neumann