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Neckar Vikings feiern gelungenes Bundesliga-Debüt
Erster Wettkampftag des RGH-Bundesliga-Achters

Michael Knauber, Philipp Wessels und Felix Epp legen sich auf dem Kanal in Berlin-Neukölln in die Riemen. Foto: Marcel Kipke
Nach mehr als 20 Jahren Abstinenz ist mit den „Neckar Vikings“ wieder ein Heidelberger Achter in der 1. Ruder-Bundesliga vertreten. Während damals noch der Heidelberger Ruderklub die Stadt auf nationaler Ebene vertrat, geht heute die Rudergesellschaft Heidelberg 1898 mit ihrem Männerachter an den Start. Unter dem Namen „Neckar Vikings“ treten die Heidelberger mit Unterstützung von Athleten aus Karlsruhe in der höchsten deutschen Sprintliga an.
Am ersten Renntag der Saison in Berlin am 13. Juni gelang dem Team direkt ein starkes Ausrufezeichen. Das Saisonziel, sich in den Top 5 der Liga zu etablieren, konnten die Vikings auf Anhieb mit einem 5. Platz erfüllen.
Ein Sieg zu Beginn
Der Renntag bestand aus fünf Sprintduellen über jeweils 350 Meter. Bereits im Zeitfahren zeigte die Heidelberger Mannschaft ihre Stärke. Gegen das Team aus Minden, den Viertplatzierten der Vorsaison, gelang ein souveräner Sieg zum Einstieg. Gleichzeitig fuhr die Crew die fünftschnellste Zeit des gesamten Teilnehmerfeldes und sicherte sich damit eine gute Ausgangsposition für die folgenden K.-O.-Runden.
Schnell sein hilft
Im Achtelfinale mussten die Heidelberger dann ihre erste Niederlage gegen den Essener Männerachter hinnehmen. Besonders ärgerlich: Erst zwei Wochen zuvor hatte man denselben Gegner beim Wettkampf in Gießen noch bezwingen und dort den Gesamtsieg feiern können. Dank der schnellsten Zeit aller unterlegenen Teams zogen die Neckar Vikings als „Lucky Loser“ dennoch in die obere Hälfte des Tableaus ein und kämpften weiter um die Plätze 1 bis 7.
Im Viertelfinale traf die RGH auf das Team aus Hamburg, das nach längerer Pause und mit starker Besetzung in die Bundesliga zurückgekehrt war und sich später auch als Tagessieger durchsetzen konnte. Trotz einer starken Leistung mussten sich die Heidelberger geschlagen geben. Der Zweikampf brachte den Neckar Vikings jedoch die insgesamt drittschnellste Zeit aller Boote ein – ein weiterer Beleg für die Konkurrenzfähigkeit der Mannschaft.
Perfekte Ausgangsposition für Hannover
Mit diesem Ergebnis ging es in den verbleibenden Rennen um die Plätze 5 bis 8. Im Halbfinale der Platzierungsrunde kam es erneut zum Duell mit den Männern aus Essen. Diesmal ließen die Heidelberger keinen Zweifel aufkommen und revanchierten sich eindrucksvoll. Mit mehr als fünf Sekunden Vorsprung auf lediglich 350 Metern – fast zwei Bootslängen – sicherten sie sich den Finaleinzug.
Im Rennen um Platz fünf traf die Mannschaft erneut auf den Mindener Achter. Von Beginn an kontrollierten die Neckar Vikings das Rennen und ließen ihren Gegner bis ins Ziel nicht mehr herankommen. Damit stand am Ende ein hervorragender 5. Platz beim ersten Bundesliga-Auftritt fest.
Mit neun Punkten im Gesamtklassement belegt die Rudergesellschaft Heidelberg nach dem ersten Renntag Rang 5 in der 1. Ruder-Bundesliga und blickt optimistisch auf die kommenden Renntage.
Warum jetzt der Einstieg in die Bundesliga?
Dass Heidelberg erst jetzt den Schritt in die Ruder-Bundesliga wagt, hat laut Teamkapitän Dennis Großkopf mehrere Gründe: „Wir haben in den letzten Jahren sportlich nochmal einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Viele starke Ruderer sind durch Studium, Beruf oder privat nach Heidelberg gekommen, und wir konnten auch gezielt Leute für unser Projekt gewinnen. Gleichzeitig ist die Bundesliga mit viel organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden. Uns war wichtig, erst dann einzusteigen, wenn wir wirklich mithalten können.“
Das erklärte Ziel der Heidelberger ist klar formuliert: „Wir wollen uns in den Top 5 festsetzen und den etablierten Teams ordentlich Druck machen. Unsere Mannschaft ist eine gute Mischung aus jungen, hungrigen Athleten und erfahrenen Ruderern – genau das macht uns stark.“
Auch vom ersten Bundesliga-Renntag zeigte sich Großkopf sehr angetan: „Der erste Renntag hat richtig Spaß gemacht und war für uns ein tolles Erlebnis. Ein bisschen schade war nur, dass wir durch den Modus mehrmals gegen dieselben Teams fahren mussten. Für Hannover hoffen wir auf etwas mehr Abwechslung und vielleicht Duelle mit Crews aus Berlin, Frankfurt oder Osnabrück.“
Der nächste Renntag findet im Rahmen der „Finals“ am 25. Juli 2026 in Hannover statt. Auch wenn dort mit stärkerer Konkurrenz zu rechnen ist, haben die Neckar Vikings mit ihrem Debüt in Berlin bereits gezeigt, dass künftig mit ihnen zu rechnen ist. Über den aktuellen Stand unseres Teams informiert der neue Bereich "Ruderbundesliga" auf dieser Webseite.
Von Dennis Großkopf