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< Rudern gegen Krebs: Wir rudern nicht zurück!
29.08.2011 / Tages- und Wanderfahrten

Slide it out - Mannschaft legt ab

Erfahrungsbericht von Katrin Jörger im Rudercamp am Crescent Lake in Maine


Seit 23 Jahren besteht nun schon das Northeast Rowing Center am Crescent Lake in Maine unter der Leitung von Bill Miller, einem ehemaligen Mitglied der amerikanischen Rudernationalmannschaft. Es ist das älteste Rudercamp der USA und war Modell für viele neue Camps, die es mittlerweile in ganz Nordamerika gibt.
Dieses Jahr nahmen 155 Jugendliche an diesem Camp teil. Gerudert wurde ausschließlich in Rennachtern. Betreut wurden die Ruderer von namenhaften amerikanischen Trainern, die sonst die Unicrews der Universitäten von Harvard, Yale, dem MIT, der UMass, der BU und des Trinitiy Colleges trainieren. Zweimal täglich ging es ins Boot. Für die Steuerleute gab es zusätzlichen theoretischen Unterricht, die Ruderer hatten Ergocoaching und „Clinics“ – Vorträge zu ruderspezifischen Themen. Der Crescent Lake ist normalerweise kein Ruderrevier sondern gehört zum Sommerlager Nachoba North, in dem wir auch wohnten und mit reichlich Essen versorgt wurden. Alles, also nicht nur die neun 8er und Riemen, sondern auch die Bootslager, die Stege und 10 Motorboote mussten an- und abtransportiert werden. Ein logistisches Meisterwerk des Waterfront Directors Alex. Die Boote wurden auf einem 5stöckigen Trailer transportiert und waren Leihgaben verschiedener Universitäten im Großraum Boston. Auch ein Empacher war dabei. Ich durfte als Councelor an diesem Camp teilnehmen. Die Aufgabe der Counselors war es, gemeinsam mit 10 Jugendlichen in einer Holzhütte zu übernachten und darauf zu achten, dass die Jugendlichen auch dort bleiben und keine nächtlichen Ausflüge unternehmen. 
Über Tag durften wir bei den Trainern hospitieren und an den zahlreichen Infoveranstaltungen teilnehmen. In Amerika findet die Ausbildung der Anfänger i.d.R. im Rennachter statt. Da dies unmöglich funktioniert wenn alle gleichzeitig rudern, dürfen meist nur zwei Personen rudern – der Rest stabilisiert. Es wird durchrotiert, so dass jeder mal dran ist. Je besser es läuft, umso mehr Ruderer dürfen gleichzeitig rudern. Bis aber alle 8 gemeinsam rudern dauert es lange und viele Drills (Übungen) müssen überstanden werden. Reden ist im Boot prinzipiell verboten – und alle halten sich dran. Den Steuerleuten kommt bei dieser Art der Ausbildung eine große Bedeutung zu, da sie die Wechsel zwischen den einzelnen Ruderern ansagen, Schläge zählen und die verlängerte Hand des Trainers sind.
Ich habe phantastische Eindrücke im Camp gewonnen und ich denke, dass uns so etwas fehlt in Deutschland! One foot up and out – Mannschaft steigt aus. Katrin Jörger, August 2011